Ich war noch nie so richtig gut im über mich und meine Probleme reden. Was dazu geführt hat, gut, davon hab ich tatsächlich ne Idee, aber Fakt ist, dass ich meine Sorgen anderen gegenüber gerne mit einer läppischen Handbewegung abtue und (ernste) Gespräche, wenn sie denn sein müssen, am liebsten folgendermaßen führe: im Dunkeln, mit mindestens nem Glas Wein intus oder eben schriftlich. Da Erstes derzeit nicht wirklich möglich ist, weil ich meistens schon bei Einbruch der Dunkelheit hirnlos und erschöpft zusammen sacke und Punkt zwei dank Stillen auch nicht drin (ich fühl mich ja eh schon dauerstramm, auch ohne Schnaps), ist es eben das Aufschreiben, was mir einmal mehr dabei hilft, meine Gedanken zu sortieren und mir meinen Kummer von der Seele zu schrei(b)en. Jetzt müsste ich nur noch die Zeit finden, dass hier alles immer reinzutippeln… Netter Gedanke.





1. Akt: Aber was ist denn eigentlich los, Kind, was hast du denn?
Ach, es ist alles und nichts, das alte Spiel. Mein Mini fordert mich über alle Maßen und ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst. Auch wenn man mir das vielleicht nicht auf den ersten Blick ansieht, ich bin müde, die Akkus sind leer, ich bin ganz kurz vor „kann nicht mehr“. Das Ding ist ja, dass genau dann, wenn man denkt, dass diesmal wirklich alles den Bach runter geht, ein, zwei gute Tage kommen und man wieder ein bisschen Kraft tanken kann. Und immer, wenn man sich gerade ein bisschen aufgerappelt hat, geht der ganze Spaß von vorne los.2. Akt: Ich wollte doch gerade noch…
Aber ich weiß es nicht mehr. Vergesslich ist gar kein Ausdruck, ich schaffe es ja nicht mal, einen Gedanken zu Ende zu denken. Ich schreibe mir Zettel, um zu vergessen, wo ich sie abgelegt habe, schmiere Brote, die dann Zuhause vergammeln, auf dem Weg in ein Zimmer vergesse ich, was ich eigentlich da wollte. Für Termine, stehen sie auch noch so fett im Kalender, brauche ich mindestens zwei Erinnerungen (ein Hoch auf die automatische Erinnerungsfunktion!) was ich einkaufen wollte, verschwindet in den Windungen meines Hirns. Mist, wieder kein Brot gekauft, aber hey, da ist ja immerhin noch Toast im Froster.
3. Akt: Früher war mehr Klönschnack.
Eine Freundin sagte mal zu mir, dass sie nicht weiß, wie ich das immer mache: zeitnah auf Nachrichten zu antworten, mein Telefon zu hören (und ranzugehen, whoohoo!), rechtzeitig zu Geburtstagen zu gratulieren (idealerweise sogar mit nem Anruf, ich finde das total schön, einen Anruf „zu investieren“. So richtig oldschool mit Wählen und Sprechen ist es doch viel persönlicher, oder?), Geschenke rechtzeitig zu besorgen, zu basteln, Karten selbst zu lettern, anstatt sie zu kaufen, kleine Aufmerksamkeiten zu Geburten zusammenzustellen. Ich habe häufig Rezepte ausprobiert, immer mal umgeräumt, war laufen oder schwimmen und habe es geliebt, mich abends mit Freunden zu treffen, gemeinsam zu essen, was zu trinken, manchmal ins Kino. Was man eben so macht.


4. Akt: Alles nur eine Phase.
Das weiß ich ja selber. Auch, wenn das langfristig ein schöner Gedanke ist, den Moment macht es nicht leichter. Und mich auch nicht wacher.
5 Akt: Und nu?
Nix nu. Ich möchte es nur einfach mal loswerden. Für „wenn erstmal alles wieder gut ist“ konservieren, um mich dann zu erinnern und irgendwann vielleicht drüber lachen zu können (Weißte noch damals, im Herbst 2017, als ich nicht mal mehr wusste, wie der Satz anfing, den ich gerade zu Ende sprechen wollte?). Ich möchte, dass hinter meinem lax dahin gelächelten „Ach danke, alles gut.“ hier ein bisschen Realität durchlugt, ohne dass ich mich von Angesicht zu Angesicht dazu äußern muss, zu meinen Schwächen stehen, zugeben, dass ich auf Sparflamme fahr. Zum einen, weil das wohl niemand gerne zugibt, vor allem aber, weil liebe, verständnisvolle und tröstende Reaktionen mich direkt aus der mühsam gehaltenen Bahn werfen und mir in nullkommanix Tränen in die Augen treiben. Und erklär dann mal einem Dreijährigen, wat Muddi (so ohne einen für ihn erkennbaren Grund) jetzt schon wieder hat… Also einfach Krönchen richten, fettige Haare drunter verstecken, vielleicht doch die Schminke wieder raussuchen und immer schön weitermachen. Kommen ja auch wieder ruhigere Zeiten, ne?
Liebst,










12 Kommentare
Wichtiges Thema 💔
Bei @annafiederlingdesign findest Du „Auf der Suche nach Herrn Aronson.“ Sehr schöne Geschichte, wunderbar gezeichnet 🐳
Danke dir vielmals, das schau ich mir gerne mal an!
Gemeinsam mit meinen Kindern gehen wir nächste Woche auf eine Beerdigung. Daher suche ich nach hilfreichen Methoden, um ihnen den Umgang mit dem Tod leichter zu machen. Jetzt weiß ich immerhin, dass Bücher dabei helfen, Trauer zu verstehen und daher Fragen beantworten, die man eventuell selber nicht beantworten kann. Ich werde das Buch „Opa, welche Farbe hat der Tod“ kaufen.
Unsere Kinder mussten das erste Mal miterleben wie ein geliebter Mensch von ihnen geht. Es ist gut zu wissen, dass Trauerbücher für Kinder dabei helfen können, mit diesem schwierigen Thema umzugehen. Zeitgleich sind wir noch auf der Suche nach einem zuverlässigen Bestattungsinstitut, das uns in dieser Angelegenheit unterstützt.
Ich bedanke mich für den gut beschriebenen Artikel. Viele Trauerbücher für Kinder habe ich selbst noch gar nicht gekannt. Jetzt bin ich bestens für mein Vorhaben vorbereitet.
Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Meine Ehefrau ist vor kurzem gestorben und mein Enkel hat noch Probleme dieses Ereignis zu verstehen. Ich hoffe, dass die Bestattung nach den Vorstellungen meiner Familie umgesetzt wird und dass mein Enkel den Prozess gut verarbeitet.
Hallo,
vielen lieben Dank euch für diesen großartigen Artikel! Sehr gut recherchiert und informativ. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge dieser Art.
Grüße vom Steffen
Mein Vater ist leider von uns gegangen und da haben die Kinder wirklich viele Fragen. Gut, dass das Buch hier helfen kann. Zum Glück haben wir die Bestattung an ein Unternehmen abgegeben, die uns die Zeit für viele andere Dinge freiräumt. So kann ich mich auf meine Kinder konzentrieren.
Danke für diesen schönen Beitrag. Meine ältere Cousine ist vor einiger Zeit verstorben und ihre Kinder, insbesondere der jüngste Sohn, versteht die Situation noch nicht ganz und hat Probleme sich richtig zu verabschieden. Vielleicht ist eins der Bücher eine gute Hilfe.
Wir planen derzeit eine Trauerfeier, zu der viele Kinder kommen werden. Ich überlege, einige der Bücher an die Eltern zu verteilen, um es einfacher für sie zu machen, die Fragen zu klären. Als Kind muss das Ganze wirklich hart sein, da man es nicht wirklich verstehen kann wie Erwachsene.
Vielen Dank für diesen Artikel zum Umgang mit dem Tod. Gut zu wissen, dass es viele Bücher extra für Kinder zu dem Thema gibt. Der Opa meiner Tochter ist verstorben und neben dem Austausch mit dem Bestatter werden ihr solche Bücher bestimmt helfen.
Vielen Dank für diesen Artikel zu Trauerbüchern. Gut zu wissen, dass es für alle Altersgruppen ein Angebot gibt. Ich werde bald mit meinem Sohn auf zwei Bestattungen gehen und werde ihn mit solchen Büchern etwas darauf vorbereiten.