Keine Ahnung, ob du es vielleicht schon bei Instagram verfolgt hattest oder ob das hier jetzt komplett neu ist: Ich habe AD(H)S, das erst kürzlich bei mir diagnostiziert wurde.. Ein bisschen was habe ich schon dazu erzählt und geschrieben, aber irgendwie ist das nicht nur ein Thema für Instagram, sondern auch für hier und ich glaube, deswegen werde ich jetzt nach und nach auch auf meinem Blog darüber schreiben.
Pünktlich zum Mental Health Day am 10. Oktober war es jedenfalls so weit: Wochenlang hatte ich überlegt, ob ich in der Öffentlichkeit überhaupt darüber sprechen möchte, und plötzlich war es ganz klar: Die Zeit des Versteckens muss vorbei sein, wir müssen über Dinge sprechen, wenn wir sie ändern, wenn wir sie enttabuisieren wollen.
Seit immer schon versuche ich, meine „Schwächen“ zu verstecken, meine „Makel“ und Eigenschaften, die ich mir immer weggewünscht habe und ständig versucht, zu maskieren. Ich hab weder über den Burnout gesprochen, der mich vor etwa 10 Jahren in die Knie zwang, noch über die Therapien, die ich gemacht habe, geschweige denn von all den anderen Dämonen, mit denen ich hin und wieder kämpfe.

Und auch meine neuste „Errungenschaft“, AD(H)S – spätdiagnostiziert im Erwachsenenalter – wollte ich erst weder wahrhaben noch darüber reden. Ich weiß seit einer kleinen Weile, dass ich ADHS habe. Irrsinnig viel erklärt sich dadurch, und dennoch ist es noch schwer zu fassen. Ich stehe am Anfang, aber ich bin auf dem Weg. Und ich werde drüber sprechen. Weil endlich Schluss sein muss mit dem Maskieren – und zwar in jegliche Richtung.
Und jetzt entschuldige mich, mein Mutausbruch macht mir Angst, ich muss mir mal kurz die Decke über den Kopf ziehen. 🙈
Falls du jetzt aber Lust bekommen hast, mehr darüber zu hören, dann here some good news. Wir haben für den Mamsterrad-Podcast mit den AD(H)S-Expertinnen Dr. Ismene Ditrich, Fachärztin für Psychologie und Psychiatrie, und Dr. Christa Koentges, Psychologin und Psychotherapeutin, über AD(H)S im Erwachsenenalter und insbesondere bei Frauen gesprochen. Die ganze Podcastfolge gibt es hier:
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Weitere Informationen ‚Wenn dich das Thema „AD(H)S im Erwachsenenalter“ interessiert, habe ich hier noch ein paar wirklich tolle Buchtitpps für dich:
„Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S“
Frauen und Mädchen mit AD(H)S erhalten viel seltener eine Diagnose als Männer und Jungen, denn ihre Symptome fallen weniger stark auf: Betroffene Frauen und Mädchen sind weniger hyperaktiv, dafür verträumt, unaufmerksam und vergesslich. Die zu späte oder fehlende Diagnose kann weitreichende Folgen haben: Der Leidensdruck bleibt meist über Jahrzehnte bestehen, schadet ihrem Selbstwertgefühl und zieht Folgeerkrankungen nach sich.
Die vier Expertinnen der Freiburger Arbeitsgruppe AD(H)S leisten in diesem Buch wichtige Aufklärungsarbeit für Frauen mit AD(H)S sowie für Eltern betroffener Mädchen. Mit vielen Einblicken aus der Forschung, Fallgeschichten, Reflexionen und Übungen zur Selbsthilfe zeigen sie konkrete Wege auf, wie Betroffene mit ihrer Besonderheit Frieden schließen, ihre vielen Stärken entdecken und gut mit AD(H)S leben können.
„Hirngespinste: Mein Leben mit ADHS“
Sätze wie „Ein bisschen ADHS hat doch jeder.“, „ADHS gibt es doch gar nicht.“ oder „ADHS haben doch nur kleine Jungs.“ gehören für Lisa Vogel zum Alltag. Wie es ist, als erwachsene Frau mit ADHS zu leben, welchen Vorurteilen man ausgesetzt ist und was im Alltag hilft, davon handelt dieses Buch.
Lisa räumt mit Mythen rund um die Stoffwechselstörung im Gehirn auf. Denn nicht jede/r mit ADHS ist ein zappeliges Kind, schlecht in der Schule oder auffällig im Erwachsenenalter. Mit ihrer späten Diagnose begann ihre Reise zu sich selbst, aus der ihr Wunsch erwuchs, andere auf dieser Reise zu begleiten, ihnen Verständnis zu schenken und sie vor Selbstzweifeln zu schützen.
Aktuelle Erkenntnisse und Studien zum Thema ADHS bei Erwachsenen runden das Buch ab.
„Kirmes im Kopf: Wie ich als Erwachsene herausfand, dass ich AD(H)S habe“
Lange Zeit fragt sich Angelina Boerger: Bin ich einfach chaotisch und kann nicht gut mit Stress umgehen, oder steckt vielleicht mehr dahinter? Mit Ende zwanzig erhält sie schließlich die Diagnose „AD(H)S im Erwachsenenalter“ und ist erleichtert: Endlich hat die Kirmes in ihrem Kopf einen richtigen Namen.
Schätzungsweise 2,5 Millionen Erwachsene sind in Deutschland von der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz AD(H)S, betroffen. Die Symptome bei Erwachsenen sehen in der Regel anders aus als bei Kindern und auch das Bild des klassischen „Zappelphilipps“ ist längst überholt. Aber warum wissen wir über AD(H)S bei Erwachsenen so wenig? Warum ist der Weg zur Diagnose so lang? Und wieso erhalten gerade Mädchen und Frauen oft sehr späte oder falsche Diagnosen?
Diese und mehr Fragen beantwortet Angelina Boerger in „Kirmes im Kopf“. Sie klärt über die gängigsten Vorurteile gegenüber Menschen mit AD(H)S auf, berichtet von den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen – und erzählt mit Leichtigkeit und Witz aus ihrem Alltag: von Lernkrisen während des Studiums und Busfahrten ans falsche Ende der Stadt über Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen bis hin zu übersprudelnden Ideen und kreativem Potenzial. Denn das Gehirn von Menschen mit AD(H)S tickt etwas anders – aber wer sagt eigentlich, dass das etwas Schlechtes ist?
Und jetzt du! Lass mir gerne deine Gedanken dazu in den Kommentaren da, ich freue mich drauf, von dir zu lesen. Gleiches gilt auch für Buchempfehlungen zum Thema ADHS – welches Buch fehlt in der Liste?
Liebst,









8 Kommentare
vile glück bei all den tollen vorhaben. chapeau, jeder sollte nach und denken. so schön. besonders teilen macht spaß, ich erinner noch deinen schiefen gesang. auf den ohren die kopfhörer des alten walkman. ach ja……
Hihi, ich wusste, dass dich das freut. Und abgesehen von Clowns und Broten – machst du mit?
Klamotten die du in die Tonne werfen willst, lassen sich – je nach Material – auch gut zu Tüchern zurecht schneiden. Die kann man dann z.B. zum Schuhe putzen oder für andere Schmutzarbeiten als "Wegerftücher" verwenden.
Ich versuche außerdem beim Einkaufen auch auf die Plastiktüten in der Obstabteilung zu verzichten und das Obst so abzuwiegen. Falls ich doch mal eine benütze wird die zu Hause weiterverwertet, z.B. als Mülltüte.
Oh, das mit den Klamotten/Tüchern ist ja ne super Idee!
Das mit den Obsttüten machen wir genau so. Und muss doch mal eine mit, eignen die sich auch super als Windel- oder Katzenklobeutel. Danke für deinen Kommentar!
Liebst, icke
Ich finde, dass das schon total gute Ansätze sind, die viel ausmachen werden. Man darf ja nicht vergessen, dass es mit kleinen Kids auch noch praktikabel sein muss. Auf Plastiktüten verzichten wir auch schon lange und kaufen, soweit möglich, nur unverpacktes Obst und Gemüse. Ich habe dafür immer so kleine Netze dabei, um alles trotzdem zusammen halten zu können. Am liebsten wird dann auf dem Markt eingekauft. Easy Müll einsparen lässt sich auch mit Thermo- oder Bambusbechern. Ansonsten sind unsere Ansätze euren sehr ähnlich, eingekauft wird nach Bedarf, damit nichts weggammelt, Klamotten werden (sofern möglich) gespendet und nicht so viel konsumiert. Für ein neues Teil muss ein altes weg, dann überlegt man sich irgendwann, wenn nur noch Lieblingsteile da sind, ob man den 10ten Kapuzenpulli wirklich braucht. LG und mach weiter so
Liebe Jette, da hast du recht – praktisch musses schon auch noch sein, sonst dreht man sich ja irgendwann im Kreis. Und witzig, dass mit "ein neues her, ein altes weg" machen wir auch. Das hat mein Mann irgendwann mal eingeführt, als ich mal wieder neue Vasen… Naja, ich arbeite dran. 😉
Liebe Judetta,
statt unterwegs Feuchttücher zu verwenden (mal ehrlich, für die Haut sind die ja sowieso Mist), kannst Du ein paar mit Wasser angefeuchtete dünne Waschlappen in einem Zipperbeutel oder einer dicht schließenden Brotzeitbbox mitnehmen. Ein weiterer Zipperbeutel/Box nimmt dann gebrauchte Lappen auf und zuhause wandert dann alles in die Waschmaschine. Ich habe statt dicker Frotteewaschlappen immer diese aus mehrlagigem Mull verwendet. Gut sind auch zerschnittene Molton- oder alte Handtücher.
Schwammtücher wandern hier übrigens ohne Bedenken mit in die Waschmaschine, und ja, auch Schwämme. Die halten das prima aus. 🙂
A propos Waschmaschine:
Ich wasche fast nur noch mit Efeublättern (1 Doppelhandvoll zerrupfte Blätter in Wäschenetz mit in die Trommel) oder Kastanienschrot (4 EL mit heißem Wasser übergießen, 1 Stunde stehen lassen, Sud ins Waschmittelfach), jeweils plus 1 EL Zitronensäure. Das funktioniert ganz wunderbar, kostet nix und schont die Umwelt!
Und für Obst und Gemüse habe ich ganz dünne Stoffbeutelchen verschiedenster Größe mit Zugband. Mit etwas Geschick kann man sowas sicher auch aus ollen T-Shirts etc. nähen; notfalls halt ohne Zugband, was soll's.
Zur Müllvermeidung tragen hier außerdem bei:
Fester Shampoobar statt Shampoo in Plastikflasche, Seifenstück in Schälchen statt Flüssigseife am Waschbecken, selbstgemachter Badreiniger à la Smarticular (aus Zitronensäure, Waschsoda und ein bisschen Spüli). Als Müllbeutel dienen z.B. die Verpackung der Klopapierrollen oder andere Plastik-Umverpackungen; der Komposteimer ist mit Zeitungspapier ausgelegt, das dann mit in die Tonne wandern darf.
Eigentlich ist es ganz einfach. 🙂
Wir haben nur verlernt, einfach zu denken – und sind so grässlich bequem und unkritisch geworden.
Liebe Lilian,
lieben Dank für deinen Kommentar und die Anregungen. Besonders das mit den Schwämmen ist ja super, die zu waschen probier ich das nächste Mal aus. Ein paar sind davon ja noch da…
Feste Seife, stimmt, die haben wir hin und wieder, und das feste Shampoo, das wollte ich eh längst mal probieren. Ich bin gespannt!
Ich glaube übrigens nicht, dass wir unkritisch sind. Bequem, ja, aber warum auch nicht zu gewissen Teilen? Aber unkritisch? Wenn wir das wären, würden wir uns doch all die Gedanken hier gar nicht machen.
Liebe Grüße
Judith