Ich wollte jeden Moment ganz bewusst aufsaugen, jede Sekunde genießen und ganz fest abspeichern, konservieren und davon zehren. Ich wollte Finger zählen und Zehen, meine Nase in den Flaum auf seinem Köpfchen vergraben und seinen süßen Babyduft aufsaugen. Nichts tun außer schlafen, stillen, wickeln und kuscheln.
Tatsächlich funktionierte das in den ersten vier Wochen auch fast wunderbar, mein Mann (thihihi, das klingt auch nach vier Jahren immer noch irgendwie seltsam, so erwachsen und so), also mein Mann hatte jedenfalls Elternzeit und konnte sich um den Großen kümmern und ich konnte mich von der Geburt erholen und ausruhen. Nur die Sache mit dem Stillen wollte irgendwie nicht in Gang kommen. Zwar waren wir inzwischen immerhin weg von der Pumpe, aber so richtig wollte das alles nicht klappen. Es gelang ihm einfach nicht, richtig „zuzuschnappen“ und ein Vakuum aufzubauen.
Nach etwa fünf Wochen ging es dann los. Mein bis dahin sehr friedliches Baby glich mehr und mehr einem meckernden Flitzebogen, Statt sich in meine Arme zu kuscheln bog er sich nach hinten durch. Egal ob beim Stillen, Tragen oder Liegen, er drehte sich ins Hohlkreuz und war unglaublich unruhig. Wenn er schlief, sah das keinesfalls entspannt aus, er lag in der sogenannten C-Haltung, das Gesicht immer nur zur einen Seite und ganz nach oben gewendet, und er zappelte. Er konnte überhaupt nicht still liegen, die Arme bewegten sich unaufhörlich – auch nachts. Wir fingen an, ihn nicht mehr im Schlafsack schlafen zu lassen, sondern zu pucken, das brachte wenigstens ein paar kleine Stunden Ruhe. Bis er sich durch sein andauerndes Bewegen selbst freigestrampelt hatte und der Spaß von vorne losging. Dabei war Körperkontakt Bedingung. Beistellbettchen? Gute Idee, funktionierte nur leider nicht. Denn auch, wenn er noch so verdreht war, am besten schlief er noch, wenn er ganz eng an mich gepresst war, in meinem Arm oder wenigstens an meiner Seite. Sehr erholsam…
Und auch die Tage wurden unruhiger. Hatte er in den ersten drei, vier Wochen auch ohne Weiteres mal allein geschlafen, ließ er sich nun kaum noch ablegen. Ruhig mit ihm irgendwo sitzen? War nicht mehr drin. Er weinte viel und für uns begann eine Zeit, in der wir fast rund um die Uhr tigerten, schuckelten, hüpften und wackelten. Wäsche waschen oder legen? Kochen? Essen? Spielen oder dem Großen Bücher vorlesen? Wenn überhaupt, dann nur im Hopserlauf. Und auch einhändig aufs Klo gehen ist hier inzwischen überhaupt kein Problem mehr. Übung macht den Meister…


Wir fragten uns, ob das beim Großen auch so war. Aber schnell war klar, nein, lange nicht, das hier ist etwas anderes. Der Begriff „Schreibaby“ fiel zum ersten Mal. Schreibabys, das sind laut Definition (oh man, wie sich das schon anhört, „Babydefinition“) Kinder, die über einen Zeitraum von drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden schreien. Anfangs weigerten wir uns noch, das zu glauben. Waren es drei Stunden,? Wie lange und oft weinte er denn überhaupt? Und an drei Tagen? Waren das nicht mehr?
Wir fingen an, ein Protokoll zu führen und relativ schnell war klar, das hier irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Als er acht Wochen war, gab es nur noch zwei Zustände – er schlief oder er schrie. Ersteres funktionierte ja nicht so besonders gut, also schrie er viel. Ich weiß, schreien ist ein hartes Wort, aber weinen trifft es einfach nicht. Andere Babys weinen, meins schrie. Andere Babys hörten auch wieder auf, meins nicht. Wenn überhaupt, ließ sich nur noch von mir beruhigen, ich war seine sichere Bank, auf der er wenigstens von Zeit zu Zeit mal ein bisschen Ruhe finden konnte. Bei niemand anderem gelang es ihm, sich zu entspannen und mal ein längeres Weilchen zu schlafen, oft aber auch nicht bei mir.


Natürlich hatten wir vieles probiert. Kinderarzt, Chiropraktik, Ostheopathie, sogar mehrfach. Einiges half wenigstens ein, zwei Tage, anderes gar nicht. Die Kinderärzte sagten, das sei normal, es sei alles in Ordnung und Baby weinen nun mal. Inzwischen lagen unsere nerven nicht mehr nur blank, sie waren schlichtweg nicht mehr vorhanden. Die Knallgrenze (Wie lange dauert es, bis einer ausrastet.) war gen null gesunken und und wir stritten schon bei Kleinigkeiten, die uns sonst nicht mal aufgefallen wären. Und als der Große (mit seinen gut zweieinhalb Jahren ja eigentlich noch lange nicht groß) irgendwann morgens vor mir stand und mit Tränen in den Augen sagte „Mama, da ist immer alles so laut hier“, brach ich ein kleines bisschen zusammen und ich in Tränen aus.
Erschreckenderweise schlug sich das inzwischen auch auf unsere Immunsysteme wieder. Dauerschnupfen, Fieber (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Fieber hatte!) und Entzündungen am ganzen Körper waren die Folge und ließen sich nur schwer abwehren. Eigentlich ja aber auch kein Wunder bei so wenig Schlaf, kaum vernünftigem Essen und Dauerbeschallung…
Und gab es da einen kleinen Silberstreif am Horizont. Meine Freundin Christin erzählte mir von einem Arzt, auf den sie nach langer Odyssee mit ihrer jüngsten Tochter gestoßen war. Sie musste mir immer wieder davon erzählen, weil ich wieder und wieder hören musste, dass es ihr half und irgendwann traute ich ich und machte einen Termin aus (Völliger Quatsch eigentlich, mich nicht zu trauen, ich hätte das schon viel eher machen sollen. Aber ich hatte schrecklich Angst, dass dieser letzte Joker, den wir noch im Ärmel hatten, nicht funktionierte und es dann gart keine Hoffnung mehr gab…)
Als mein Kleiner etwa zehn Wochen alt war, fuhren wir in Dr. Kochs Praxis für manuelle Therapie am Dammtor. Inzwischen hatten wir von mehreren Leuten gehört, er sei eine absolute Koriphähe auf diesem Gebiet und wenn es da was zu finden gibt, dann findet er es. Scheinbar kommt man nicht um ihn herum, wenn man mit derartigen Problemen kämpft… Wir füllten den langen Anamnesebogen aus und Dr. Koch untersuchte ihn gründlich. Und er fand, was die Ostehopathin ebenfalls wage vermutet hatte – mein Mini hatte das, was auch gerne das KISS Syndrom genannt wird: eine Funktionsstörung in der Wirbelsäule, der erste und zweite Halswirbel waren blockiert. Er löste die Blockade (das klingt alles so einfach und ein bisschen nach Hokus Pokus, ich weiß) und sagte, wir sollen in vier Wochen zur Kontrolle kommen. Bis dahin soll jegliche andere Therapie (Ostheopathie, Chiro, was immer) unterbunden werden. Er sagte auch, dass es möglicherweise eine Erstverschlimmerung gibt und dass es schon so ein bis zwei Wochen dauern könnte, bis es gut ist. Aber er war so unglaublich sicher in seiner Aussage, als gäbe es nur diese eine Möglichkeit: Problem erkannt, Problem gelöst, jetzt wird alles besser. Her mit dem süßen Leben. Fast ein bisschen, als hätte man einen Reifen geflickt und klar, Loch gestopft, Rad fährt wieder.

Wir warteten also ab. Die ersten Tage, Ostern an der Ostsee, waren wunderbar. Mein Kleiner schlief im Kinderwagen, entspannt. Sein kleines Gesichtchen fiel zur anderen, bisher verabscheuten Seite und er hatte die Arme entspannt im rechten Winkel neben seinem Köpfchen abgelegt. Er schlief – zum ersten Mal wieder – wie ein richtiges Baby! Seine „aggressive“ Körperspannung war wie weggeblasen und er fühlte sich so anders an – wie ein richtiges Baby! Auch das mit dem Stillen klappte sofort deutlich besser und so wuchs auch unsere Zuversicht. Dann kam die angekündigte Erstverschlimmerung. Zum Glück waren wir darauf vorbereitet und verzweifelten nicht sofort. Er bog sich doller durch denn je und auch das Weinen wurde wieder mehr. Im Nachhinein ganz klar – die neuen, richtigen Bewegungen mussten natürlich erst erlernt werden und dass plötzlich alles ganz anders ist und sich vor allem auch ganz ungewohnt anfühlt, dass nichts mehr ist, wie es war, kann schon ziemlich beunruhigend sein…


Zwei Wochen später war dann der Spuk aber komplett vorbei. Unfassbar, aber wahr – heute haben wir ein freundliches, fröhliches und entspanntes Baby. Er ist nun gut vier Monate, weint kaum noch (nur müde ist immer noch ein Arsch) und ist mit sich und seiner Umwelt zufrieden. Er lacht mehr, als dass die Tränchen fließen und freut sich über bekannte und neue Gesichter. Er liebt seinen Spielbogen, unter dem er auch gut uns gerne mal 20 Minuten liegen und alleine spielen kann. Er ist auf dem besten Wege, sich zu drehen (auf die Seite klappt schon super) und während ich das hier schreibe, liegt er neben mir in seinem Maxi Cosi, in dem er vorhin eingeschlafen ist. Gerade war er ein paar Minuten wach, hat mir neugierig zugesehen und sich eben zu noch einem Nickerchen hinreißen lassen – er ist einfach wieder eingeschlafen. Ruhig und friedlich und ohne Tränen (die mir schon wieder laufen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für uns bedeutet, ein Baby, dass sich verhält wie ein Baby. Und dabei geht es nicht ums Verhalten, sondern darum, wie es ihm geht. Gut, eben. Es geht ihm gut.)

Letzte Woche Mittwoch war der Kontrolltermin, zu dem wir nach vier Wochen noch einmal kommen sollten. Die Aussichten sind super – seine Wirbelsäule funktioniert 1a und ist tippitoppi in Ordnung. Dr. Koch untersuchte ihn nochmal ganz gründlich (und lachte sich mit ihm zusammen halb tot), bevor er noch eine Blockade im Beckenring feststellte. Die konnte er lösen und ich hoffe, dass sich damit auch die letzen Verdauungsbeschwerden (Krämpfe und Blähungen, vor allem nachts; mir war nicht klar, wie viel Wind sich in so einem kleinen Wesen sammeln kann!) in Luft auflösen. Er war wieder genau so zuversichtlich (ihr erinnert euch an die Sache mit dem Fahrradreifen?) und bat mich, in 14 Tagen anzurufen und zu berichten. Bislang war es wie beim ersten Mal – die ersten Tage waren besser, aktuell stecken wir in dieser Verschlimmerungsphase. Ich bin wirklich gespannt, ob es in ein paar Tagen vorüber ist – ich werde berichten.
Euch allen, denen es genau so geht, möchte ich sagen: haltet durch und sucht weiter. Vielleicht gibt es irgendwo auch einen Dr. Koch für euch, der eurem kleinen Würmchen helfen kann.
Euch allen, denen es nicht so geht: schätzt euch glücklich. Einem zufriedenen Baby beim Wachsen zuzusehen ist das Schönste, was es gibt. Und wenn ihr jemanden kennt, dem es nicht so geht (bzw so ähnlich wie mir) – ihr könnt helfen! Vielleicht könnt ihr mit dem kleinen Schreihals ein bisschen spazieren gehen, im Kinderwagen oder in der Trage (nehmt Kopfhörer oder Oropax mit!), damit sich die Mama oder Eltern mal einen kleinen Moment ausruhen (duschen/essen/Zähne putzen/vorlesen) können. Oder einfach mal schlafen. Kocht der Muddi oder den Eltern ein gesundes, leckeres Essen vor, dass man nur fix aufwärmen muss (und das man idealerweise einhändig oder im Vorbeihopsen essen kann, Reis oder Suppe sind eher ungeeignet). Und hört ihnen zu, wenn sie sich trauen, darüber zu sprechen, nehmt sie ernst (Nichts ist schlimmer als ein „Aber du hast doch Kinder gewollt!“ oder „Babys weinen nun mal.“) und mal in den Arm.
Und Christin, dir bin ich unendlich dankbar. Für dich, deine Nonomo und vor allem fürs Zuhören, Ernst nehmen, deine vielen Tipps, das wiederholte Erzählen (müssen) und die Motivation, endlich zu Dr. Koch zu gehen. Ich danke dir von ganzem Herzen.
Nachtrag: Mamas von Schreibabys, in meinem Podcast „In 15 Minuten aus dem Mamsterrad“ haben meine Freundin und Mama Coach Imke und ich schon mehrfach über das herausfordernde Leben mit einem Schreibaby gesprochen und Ideen geteilt, die helfen können, besser durch diese schwere Zeit zu kommen. Hört doch mal rein – geht auch ganz wunderbar beim Spaziergang mit Kopfhörern!
Liebst,










56 Kommentare
Wir nehmen gerade auch Abschied, die sehr geliebte und für uns alle wichtige Uri ist gestorben… wir mussten schon drei Nahe und wichtige Familienmitglieder gehen lassen seit wir Kinder haben. Es war für uns irgendwie nie eine Frage ob die Mädchen mit zur Beerdigung kommen sollten. Ich glaube nämlich, dass Kinder es verkraften können, Tote zu sehen (man bedenke, wie oft Mäuse, Vögel und Bienen mit Freunde beerdigt werden…) und es andererseits ganz wichtig ist, dass auch sie die Möglichkeit haben, sich zu verabschieden (auch um den Tod des
Jeweiligen Menschen zu begreifen) wir reden vorher drüber, erzählen auch dass uns der Tod sehr traurig macht und wir bestimmt weinen müssen (meine Erfahrung ist, dass das das einzige ist was wirklich verunsichert- all die weinenden erwachsenen) und dann? Klappte jedesmal alles super. Auch die Leiche zu sehen war nie ein Problem. Sondern für unsere Mädels eher gut und Wichtig zu sehen, dass die Uri schon nicht mehr in ihrem Körper wohnt (darum sieht die so bisschen anders aus und auch bisschen gelber) sondern schon im Himmel ist und uns von dort immer sehen und hören kann.
(Und dann feian die Würmer bestimmt eine Party in der Erde weil die den ganzen Winter nicht Hunger haben müssen! Das ist doch perfekt, Mama!)
Ich glaube Heimlichkeiten und undurchsichtiges Sorgen eher für Angst und Unruhe als Klar- und Offenheit.
Viel Kraft wünsche ich euch für die Zeit!
Danke schön und danke auch, dass du eure Erfahrung hier teilst. Ich sehe das wie du und bin auch überrascht gewesen, wie selbstverständlich die Kinder mit dem Tod umgingen und umgehen. Für euch auch alles Liebe!
Dieser Beitrag zeigt gut, ob man Kinder mit zu Bestattungen nehmen sollte. Es stimmt, dass man dies tun sollte, damit man die Kinder schon mal an das Thema Tod heranführen sollte, da dieses ein essenzielles Stück des Lebens ist. Ich wurde auch als Kinder zur Beerdigung mitgenommen und ich habe damals schon verstanden, dass dies eine gute Gelegenheit ist, von ihm Abschied zu nehmen.
Meiner Mutter geht es gesundheitlich im Moment sehr schlecht, wir befürchten, dass es nicht durch den Winter schafft. Auch wir haben uns Gedanken gemacht, ob es eine gute Idee sein wird, die Kinder mit zur Bestattung zu nehmen. Es ist aber ein guter Ansatz, die Beerdigung einfach als Abschiedsfest zu benennen und gerade auch das ghanaische Verständnis von Beerdigungen gefällt mir sehr. Wir hoffen, ein für uns passendes Bestattungsunternehmen zu finden, das unseren Wünschen und Vorstellungen gerecht wird. Vielen Dank für diesen sehr intimen und persönlichen Beitrag.
Ich stimme zu, dass eigentlich die ganze Familie, die vor Ort ist, in ihrer Vollständigkeit zur Trauerfeier gehen würde. Mein Onkel möchte seinen Sohn zur Trauerfeier seines Opas mitbringen. Er denkt auch, dass zu Trauerfeiern die ganze Familie gehen soll.
Danke für den Beitrag zum Thema Bestattung. Meine Tante ist vor wenigen Tagen gestorben, die Beisetzung ist auch bald und wir überlegen, ob wir die Kinder zur Beerdigung mitnehmen sollen. Gut zu wissen, dass, wenn man das richtige Umfeld für Kinder gestaltet, sich Möglichkeiten bieten können, sie auf eine besondere Art an das Thema Tod heranzuführen. Ich denke, wir lassen sie einfach selbst entscheiden, denn Zwang und Drang bringen hier nichts.
Letztes Jahr ist auch die Tante meiner Kinder verstorben und wir haben dieselbe Sorge gehabt, ob es das Richtige sei bzw. ob es überhaupt möglich sei, die Kinder mitzunehmen. Letztendlich haben wir es doch getan und den Kindern liebevoll beigebracht, worum es geht. Ich persönlich denke, dass es vollkommen okay ist, Kinder auch zu Beerdigungen mitzunehmen und im schlimmsten Fall einfach abseits von der Trauerfeier zu beschäftigen. Vielen Dank für den persönlichen Artikel.
Dieser Beitrag zeigt gut, ob Kinder mit auf eine Beerdigung sollten oder nicht. Es stimmt, dass man sie wahrscheinlich mitnehmen sollte, da man sie so behutsam an das Thema Tod heranführen kann. Ich denke aber die allgemeine Todesursache und die Umstände sollten dabei auch bedacht werden.
Ich finde es bei einer Beerdigung auch wichtig, dass alle Anwesenden sich in Ruhe von Hannelore verabschieden und trauern könnten und dabei nicht durch Kindergetobe gestört oder sogar davon abgehalten würden. Mein Onkel war neulich bei der Beerdigung seines Vaters. Er hat sich auch gefreut, dass da keine Kinder anwesend waren, die durch Kindergetobe die Trauergäste gestört hätten.
Ich finde es interessant, wie unterschiedlich Bestattungen stattfinden. Besonders das Beispiel, dass in Ghana nicht nur der Tod des Verstorbenen beweint, sondern vor allem sein Leben gefeiert wird und Kinder deswegen mitkommen sollten. Ich denke aber, ob Kinder auf eine Bestattung mitkommen sollten, muss jeder für sich entscheiden.
Bei einer Beerdigung ist es mir auch wichtig, dass ich nicht durch Kindergetobe gestört oder sogar davon abgehalten werde. Ich sehe deshalb Kinder ungerne bei Beerdigungen. Meine eigenen Kinder würde ich eines Tages auch nicht zu Beerdigungen mitbringen, bevor sie aufgewachsen sind.
Auch meine Geschwister und ich hatten als Kind den Wunsch, uns von unserem Großvater bei seiner Bestattung zu verabschieden. In jedem Fall kann ich auch die Ansicht von manchen Eltern nachvollziehen, die nicht möchten, dass ihre Kinder eine Bestattung miterleben. Doch ich persönlich bin sehr froh, dass uns unsere Eltern damals die Möglichkeit gaben, angemessen Abschied zu nehmen.
Vielen Dank für deinen Beitrag! Das ist auch ein Thema, was mich als Mutter sehr beschäftigt. Als die Oma meiner Tochter starb, war sie immerhin noch sehr jung und da verschlief sie den größten Teil des Trauerprozesses. Allerdings geht es ihrem Opa inzwischen auch nicht mehr allzu gut. Ich habe mich oft gefragt, wie ich das bei ihr mit Beerdigungen handhaben soll, aber es ist schön zu lesen, dass Kinder da noch nicht den Bezug zu haben.
Danke für diesen Artikel zu Kindern bei Bestattungen. Es stimmt, dass es gut sein kann, wenn man sie mitnimmt, da sie so an das Thema Tod herangeführt werden. Ich plane auch gerade die Beerdigung meiner Tante und werde sicherlich meinen Sohn auch mitnehmen.
Ich gehe am Wochenende auch auf eine Bestattung und habe mich gefragt, ob ich meine Kinder mitnehmen soll. Umso besser ist es für mich zu lesen, dass die Kinder in diesem Fall in ihren Wünschen sehr klar waren und sie sich auf jeden Fall noch mal verabschieden wollten. Ich werde einfach noch mal mit meinen Kindern reden.
Bei uns steht in der Familie eine Beerdigung an. Nun überlege ich, ob man da Kinder mitnehmen könnte. Gut zu wissen, dass das möglich ist, wenn Spielmöglichkeiten vorliegen.
Das ist eine sehr gute Frage, ob Kinder mit auf die Bestattung dürfen. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so der geeignetste Platz für Kinder ist. Aber es ist meiner Meinung nach gut, Kinder schon damit vertraut zu machen, damit sie früh lernen können.
Ich glaube, das lässt sich tatsächlich nicht pauschalisieren, aber Eltern kennen ihre Kinder ja gut uns wissen, ob und was sie ihnen zutrauen können. Für uns war es genau der richtige Weg. 🙂
Ich kann auf Erfahrung bestätigen, dass Kinder eher unbedarft an den Tod herangehen. Der Vater meines Stiefbruders ist leider verstorben und ich erkundige mich deswegen aktuell näher zum Thema Tod. Für eine schöne Beerdigung wenden wir uns heute an einen erfahrenen Bestatter.
Es klingt so, als ob es tatsächlich sogar wichtig wäre, dass Kinder mit auf eine Beerdigung gehen. Vielleicht kann man die Kinder sogar mit in den Prozess des Organisierens mit dem Bestattungsunternehmen mit rein nehmen. So zeigt man, dass sie wichtig sind und ihre Meinung zählt.
Vielen Dank für den Bericht! Leider gab es einen Todesfall bei mir in der Familie und meine Tochter ist in einem sehr trotzigen Alter. Daher mache ich mir viele Gedanken, ob ich sie mitnehmen soll. Es ist gut zu wissen, dass ihr die Mitnahme nicht bereut habt – das macht mir Hoffnung, dass es bei uns auch klappen könnte.
Vielen Dank, dass ihr eure Erfahrung zu einer Beerdigung mit Kindern so offen und detailliert erzählt habt. Ich kann die Sorgen, die man als Eltern hat, auf jeden Fall nachvollziehen. Ich kann mich aber immer noch daran erinnern, als meine Oma starb und meine Mutter mich nicht zur Beerdigung brachte, weil ich noch ein Kind war. Irgendwie hat das bei mir ein negatives Zeichen hinterlassen. Ich glaube, dass Offenheit mit Kindern immer die bessere Wahl ist.
Es ist natürlich nicht leicht zu entscheiden, ob Kinder mit auf die Beerdigung dürfen. Mich überrascht aber nicht, dass die Kinder die Verstorbene nochmal sehen und sich verabschieden wollten. Ich habe meinen Vater schon früh verloren und wir sind damals vor der Beerdigung in das Bestattungsinstitut, dass wir uns in Ruhe verabschieden konnten.
Das ist eine ziemlich wichtige Frage für uns. In meiner Familie gab es ebenfalls einen Todesfall und wir sind am überlegen, ob es das beste ist, wenn die Kinder bei der Trauerfeier dabei sein sollten, die wir noch planen müssen. Dafür suchen wir uns definitiv noch ein passendes Bestattungsinstitut.
Ich glaube auch, dass die Eltern am besten entscheiden können, ob Kinder bei einer Beerdigung dabei sein dürfen. Wenn sie noch sehr klein sind, hat es vielleicht keinen Wert für das Kind. Zumindest können sie zu wertvollen Erinnerungen werden.
Ich verstehe, dass ihr nicht sicher wart, eure Jungs nicht auf die Bestattung mitzunehmen. Als mein Opa damals bestattet wurde, war ich nicht dabei. Meine Eltern wollten das nicht. Das finde ich allerdings sehr schade im Nachhinein.
Wir nehmen unsere Kinder immer mit auf Beerdigungen. Ich glaube, dass Kinder mehr verarbeiten können, als wir ihnen zutrauen. Wenn man sich unsicher ist, kann man ja mit einem Bestatter darüber sprechen.
Ich empfinde die ghanaische Auffassung einer Bestattung als sehr schön. Wenn es die Möglichkeit gibt einen Tod anders als nur mit Trauer zu betrachten, sollte man dies tun. Wenn ich einmal sterbe, wünsche ich mir das die Menschen mein Leben mit Freude feiern können.
Das ist eine legitime Frage. Meistens haben Kinder ja noch nicht so ein Verständnis dafür. Am besten fragt man nochmal den Bestatter vor Ort.
Mein Onkel ist derzeit auf der Suche nach einem professionellen Bestatter. Dabei ist es gut zu wissen, ob es empfehlenswert ist oder nicht, Kinder mit auf eine Beerdigung zu nehmen. Ich hoffe, dass er einen passenden Anbieter finden wird.
Ich finde den Ansatz der Ghanaer schön, das Leben des Verstorbenen zu feiern. Ich frage mich, ob Bestatter hierzulande auch die Möglichkeiten einer solchen bunten und lauten Feier bieten würden. Bei uns kennt man diese Art der Zelebrierung ja eher weniger.
Danke für den Artikel! Bei mir stehen bald zwei Bestattungen an. Daher ist es interessant zu lesen, wie du das Thema mit deinen Kindern gehandhabt hast. Da meine allerdings im Gegensatz zu deinen nicht erst mitkommen wollen, hat sich das Thema für mich wohl erledigt.
Es ist gut zu wissen, dass Kinder auch gut mit dem Tod umgehen können. Bei uns in der Familie hat sich ein Trauerfall ereignet, sie hatte sich eine Naturbestattung gewünscht, zu welcher wir die Kinder auch mitnehmen werden. So lernen sie auch einen guten Umgang mit dem Ableben.
Mich hat es schon immer beschäftigt, wie schwermütig solche Momente in unserer Kultur gestaltet sind. Es gibt aber auch Baumbestattungen, mit denen man den Tod eines Nächsten mit dem Anfang neuen Lebens verbinden kann. Ich finde es immer wieder schön, zu sehen, dass die Bestattung bzw. die Abschiedsfeier, wie ihr so schön schreibt, in anderen Kulturen – wie bei eurer ghanaischen Bekannten – eher dazu dient, das vergangene Leben zu feiern, als das Ableben zu beweinen.
Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Beerdigungen. Ich finde die Idee schön, Kinder mit auf die Beerdigung zu nehmen. Ich würde meinen Kindern, nach dem Tod ihres Großvaters, es niemals ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ein erfahrener Bestatter hat mir das selbe geraten.
Unsere Großtante ist auch sehr unerwartet von uns gegangen. Das ist sehr traurig und ich finde es wichtig, dass jedes Familienmitglied Abschied nehmen kann. Sie hat sich eine Feuerbestattung gewünscht und diesen Wunsch haben wir ihr natürlich erfüllt. Die Urne ist nun an einem geeigneten Platz.
Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Kinder auf einer Beerdigung. Ein Freund unserer Familie ist erst kürzlich in einem Autounfall um sein Leben gekommen. Ich würde gerne meine Söhne mit auf die Beerdigung nehmen, da sie ihn auch kannten. Gut zu wissen, dass die Kinder damit auch besser mit seinem Tod umgehen können. Unser Bestattungsunternehmen hatte auch bereits das Mitbringen der Kinder empfohlen.
Das ist ein wunderschöner Beitrag zum Thema. Ich fände es auch wichtig, dass meine Kinder erfahren was eine Trauerfeier ist. Kinder können oft mehr verstehen und verarbeiten als wir denken.
Interessant, dass ihr den Kindern ermöglicht habt die Verstorbene noch einmal zu sehen. Ich hoffe, dass sie das gut verkraftet haben. Ich weiß nicht, wie ich das handhaben würde. Ein Freund von mir ist Bestatter, ich werde ihn mal fragen, was er davon hält.
Ich habe zwei Töchter. Da habe ich auch jeden zuerst gefragt, ob man sie nach der Beerdigung wieder abholen kann. Letztendlich haben wir sie aber mit auf die Beerdigung genommen.
Interessant, dass in Ghana bei einer Bestattung vor allem das Leben gefeiert wird.
Ich suche aktuell auch noch eine Firma für eine Bestattung.
Wir müssen leider eine Bestattung organisieren. Wir haben auch noch fünf Enkelkinder in der Familie. Gut zu wissen, dass auch diese mit auf eine Beerdigung gehen dürfen.
Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Bestattung. Gut zu wissen, dass man Kinder mit auf eine Beerdigung nehmen darf. Mein Vater hat sich eine günstige Baumbestattung gewünscht und wir werden ihm den Wunsch erfüllen.
Unsere Uroma ist vor kurzem gestorben, weshalb wir ein professionelles Bestattungsunternehmen beauftragt haben, um die Bestattung zu planen. Jetzt ist die Frage, ob wir noch die Kinder mitnehmen. Sie hatten nicht unbedingt einen Bezug mit ihr. Was meinen Sie?
Liebe Lena, ich fürchte, das kann man so pauschal nicht sagen. Wir haben unsere Jungs schon mitgenommen, wie beschrieben, waren danach aber auch schon ohne sie bei Trauerfeiern. Ich denke, du kennst deine Kids am besten und wirst wissen, ob sie dabei sein sollten oder eher nicht.
Alles Liebe für dich und deine Familie!
Judith
Wir müssen auch eine Bestattung planen. Wir haben auch zwei kleine Kinder in der Familie. Schön zu wissen, dass man sei auf die Beerdigung mitnehmen kann, wenn man es ihnen auch erklärt.
Wir müssen leider eine Trauerfeier organisieren. Wir wissen auch nicht, ob wir unsere Kinder mitnehmen sollten oder nicht. Der Beitrag hat geholfen mit unseren Sorgen umzugehen. Danke dafür.
Meine Oma ist verstorben und ich überlege auch schon, wie wir das mit unseren Kindern machen. Es ist sehr interessant zu lesen, dass in anderen Ländern Kinder sogar ein wichtiger Teil sind. So ist nämlich auch mein Bauchgefühl. Ich begleite meine Mutter zur Beratung für Bestattungen und werde das auch vor Ort mal ansprechen. Vielen Dank für die Darstellung, das hat mir sehr geholfen.
Wir sind leider auch bald auf einer Beerdigung und sind noch unentschlossen, ob wir unsere Kinder mitnehmen sollten oder nicht. Der Artikel hat auf jeden Fall geholfen. Danke für diesen Einblick. Ich glaube, dass die Familie sowieso noch auf der Suche nach einem geeigneten Bestatter ist, daher haben wir noch ein wenig Zeit.
Ich finde, wenn man die Kinder beim Erstellen des Testaments im Kopf hatte, sollten sie ebenso bei der Beerdigung dabei sein! Es mag sein, dass sie es zu dem Zeitpunkt nicht verstehen, jedoch werden sie im Verlauf ihres Lebens daran zurückdenken und sich bedanken! Am Nachmittag das Spielen der Kinder zu hören, hilft meiner Meinung nach, die Trauer zu verarbeiten.
Mir gefällt dieser Erfahrungsbericht gut, und ich stimme zu, dass es eine gute Idee ist, Kinder auf eine Beerdigung mitzunehmen. Als Kind wurde ich auch auf die Beerdigung meines Großvaters mitgenommen, was mir die Möglichkeit gab, von ihm wirklich Abschied zu nehmen. Dabei hatten wir auch ein besonders gutes Bestattungsunternehmen beauftragt, das die Bestattung familienfreundlich gestaltet hat. Für die bevorstehende Beerdigung meiner Tante möchte ich auch ein ähnliches Bestattungsunternehmen finden.
Wir haben auch eine Weile überlegt, ob wir unsere Kinder mitnehmen. Allerdings hat unser Bestattungsunternehmen schon eine Menge Erfahrung mit Kindern. Es lief alles auch echt gut und es wurde auch niemand durch Kindergetobe gestört.
Wir gehen nächste Woche auf eine Waldbestattung. Wir haben uns auch gefragt, ob die Kinder hier mitkommen dürfen. Ich denke, dass der Beitrag gute Argument dafür lieft und wir die Kinder mitnehmen.
Klar könne Kinder manchmal etwas chaotisch sein, aber sie haben auch den Abschied verdient. Und wenn das Beerdigungsinstitut hier eine gute Planung hat, dann kann auch nichts schiefgehen. Wir haben da auf jeden Fall gute Erfahrungen gemacht.
Bei uns war es so, dass nur Kinder, die viel Kontakt zur verstorbenen hatten mitgekommen sind. So konnte die Beerdigung auch ohne Störungen ablaufen. Sie gänzlich auszuschließen, wäre in meinen Augen falsch gewesen.
Die Idee, dass Trauernde eine Urne selbst bemalen, hat mich tief berührt. Ich habe dies bei einer Familie ausprobiert, die ihre Großmutter verloren hatte. Es war erstaunlich zu sehen, wie die schlichte Holzurne durch die gemeinsame kreative Gestaltung zu einem einzigartigen Symbol des Gedenkens wurde. Jeder Strich und jedes Bild auf der Urne erzählte eine Geschichte und brachte die Familie zusammen. Diese Methode ermöglichte es den Hinterbliebenen, ihre Gefühle auf eine sehr persönliche und bedeutungsvolle Weise auszudrücken. Ich bin überzeugt, dass dies den Trauerprozess auf eine positive Art und Weise unterstützt und werde es weiterhin in meiner Arbeit anbieten.