Als ich das erste Mal von dem Beruf „Mama Coach“ hörte, war ich kurz verwirrt. Mama was? Mama Coach? Ich konnte mir nicht vorstellen, was man als Mama Coach macht und noch weniger, wofür man einen Mama Coach braucht. Bis mir auffiel, dass ich eigentlich genau darauf gewartet und vergeblich danach gesucht hatte, ohne es so richtig zu merken.
Imke Dohmen von Mutterhelden ist Mama Coach und ich fand nicht sie, nein, sie fand mich. Was gut war, denn zu dem Zeitpunkt, an dem sie mich kontaktierte, war ich ehrlich gesagt gar nicht in der Lage, irgendwas zu suchen, geschweige denn zu finden.
Vom Suchen, Finden und (Hilfe) Annehmen
Sie fragte mich, wie es mir geht und sie hörte zu. Sie verstand. Und sie ließ mich einfach ich selbst sein. Plötzlich war es zum ersten Mal okay, dass ich erschöpft war, am Ende meiner Kräfte und nicht weiter wusste. Das durfte sein, ich durfte sein. Es war okay, dass ich es nicht schaffte, Kinder und den Haushalt zu wuppen, dass sich die Wäscheberge bis unter die Decke türmten (und zwar doppelt: Frische Wäsche legen und in die Schränke räumen? Hahahahaha!) und dass meine Kinder manchmal an mehreren Tagen hintereinander „Nudeln mit Butter“ essen, weil sie nichts anderes wollen und ich nichts anderes habe. Es ist ok, wenn mein Pulli Flecken hat und ich es manchmal nicht schaffe, vor 19h „morgens“ meine Zähne zu putzen. Es ist okay, wenn der Geburtstagskuchen nur gekauft ist und die Snacks am Nachmittag auch mal aus ner Tüte Brezeln bestehen. Es ist okay, mal (zu) laut zu werden und zu schimpfen. Und es ist völlig okay, wenn meine Erwatungen nicht erfüllt werden, denn das liegt nicht an mir, sondern an meinen (viel zu hohen) Erwartungen an mich selbst. Es ist okay, wie ich bin. Oder anders gesagt: Ich bin okay!
Theorie und Praxis
Ich kann gar nicht in Worte fassen, was das mit mir machte. Bis zu diesem Zeitpunkt rannte ich und rannte und rannte, um mein Ziel zu erreichen – oder rannte ich weg? Und dann kam sie, blockierte mein Mamsterrad und hielt mich einfach an. Sie sagte, dass es der Familie nur gut gehen kann, wenn es der Mama gut geht – etwas, dass ich ja in der Theorie selbst seit Monaten in die Welt schrie, woran ich mich aber in der Praxis selbst gar nicht hielt. Nicht halten konnte, denn meine Ansprüche an mich waren aus unerfindlichen Gründen gigantisch und absolut unerreichbar, meine Glaubenssätze ziemlich schräg und meine eigenen Beürfnisse längst auf der Strecke geblieben. Wie sollte ich sie auch erkennen, achten und erfüllen, wenn ich doch gar nicht wusste, welche das sind und wie ich das tue?

Ganz schön durch den Wind
Dann fuhren wir an die Nordsee und ich erlebte ein Wochenende voller Aha-Effekte. Workshops, die mir wirklich die Augen öffneten – immer wieder, auch, wenn sie mir vor Müdigkeit und Erschöpfung eigentlich lieber zufallen wollten. Imke erzählte von der Wut, die ich leider besser kenne, als mir lieb ist. Sie erzählte, woran das liegt, dass (wirklich nur meine?) Kinder nicht hören und sie erzählte von der Grenzerfahrung, Eltern zu sein. Leben am Limit. Mit einem Fuß überm Abgrund. Immer. Imke half mir, meine Kinder und auch mich selbst besser zu verstehen.

Mama Coaching – und was ist das jetzt?
Genau das ist der Job von Imke, das ist die Arbeit eines Mama Coaches. Das Da Sein, Auffangen und Unterstützen. Ein Ohr zum Zuhören, eine Schulter zum Anlehnen und eine Hand zu reichen, die nach deiner greift und sie hält, wenn du allein bist. Ein Herz, das versteht. Ein Mama Coach hilft, sich selbst besser kennenzulernen, seine Kompetenzen als Mutter (wieder?) zu stärken und seine eigenen Bedürfnisse erkennen. Sie erarbeitet gemeinsam mit der Mama individuelle Wege, damit eben diese Bedürfnisse erfüllt werden können. Ein Mama Coach gibt neue Impulse in der Kindererziehung und zeigt Wege auf, die im Verborgenen liegen. Sie hilft, alte Verhaltensmuster aufzu- und zu durchbrechen, Konfikte zu lösen, die eigene Gelassenheit wiederzufinden oder neu zu entdecken und seine Ressourcen aufzufüllen. Sie nimmt der (Müde-Mama-)Welt ein bisschen „das Trüb“ und macht sie wieder bunt. Sie hilft, die Schieflage wieder in den Griff zu bekommen und die Wogen zu glätten. Imkes Ziel ist ein glückliches, liebevolles Miteinander in der Familie und eine zufriedene, in sich ruhende Mama, die sich ihrer eigenen Stärke bewusst ist.
Imke und ihre Mutterhelden
Imke hat eigene Praxisräume und gibt Einzel-, aber auch Familien- oder Gruppencoachings. Sie hält Vorträge vor größeren Gruppen, leitet Workshops und coacht auch via Skype, wenn ein persönliches Treffen gerade unmöglich ist. Außerdem hat sie inzwischen ihren Podcast Quickie „In 15 Minuten aus dem Mamsterrad“ am Start, den sie – Achtung, Eigenwerbung – mit mir zusammen produziert.
Wer braucht einen Mama Coach?
Im Prinzip alle Mamas, die sich überfordert fühlen von den Anforderungen des Alltags, die erschöpft sind oder sogar schon ausgebrannt. Mamas, die genervt sind, oft wütend, zu streng, zu laut, die sich nicht wieder erkennen oder von Ängsten oder Zweifeln geplagt sind. Mamas, die viel mit ihren Kindern oder ihrem Partner streiten, sich selbst und ihre Bedürfnisse verloren haben, die unsicher sind und aus dem Gleichgewicht gekommen. Mamas, die nicht die Mama sind, die sie gerne sein möchten. Und es ist an der Zeit, genau das jetzt zu ändern.
Wenn ihr Fragen zum Thema Mama Coaching habt oder ich euch irgendwie helfen kann, schreibt mir gerne eine Mail. Natürlich könnt ihr dafür auch die Kommentarfunktion benutzen.
Liebst,
icke
Ps: Kennt ihr schon unsere tolle und zum Podcast gehörende Facebook-Gruppe „Gemeinsam aus dem Mamsterrad“? Da gibt es gibt es Hilfe für Mamas von „ein bisschen müde“ über „ziemlich erschöpft“ bis „am Ende ihrer Kräfte“, weil sie über das Erfüllen der Bedürfnisse ihrer Lieben ihre eigenen oft völlig vergessen. Ihr findet Ideen, die euch das Leben als Mama erleichtern und dabei helfen können, bei Kräften zu bleiben: „Muddivation“ zur Selbstfürsorge und Inspiration, um diesem nie still stehenden Mamsterrad auch mal zu entkommen. Klickt hier, wenn ihr Teil davon werden möchtet!
Oder ihr folgt dem Mamsterrad auf Instagram.
Unseren Podcast „In 15 Minuten aus dem Mamsterrad“ gibt es hier, bei Spotify oder iTunes.
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9 Kommentare
Hallo Judith 😇
vielen Dank für Deinen sehr unterhaltsamen und informativen Beitrag! Ich laufe nun fast 47 junge Jahre mit einem Berg Haaren durch die Weltgeschichte, welche ich (welch Überraschung) immer wieder Glätte…Föhne…Öle…Zusammenbinde und ja auch soooo oft verwünsche. Aber die Locken die mich als Kind haben Tränchen kullern lassen mit stolz und Freude tragen? Nielmals…dachte ich. Bis hierhin😄Denn Du hast mich überzeugt meine Locken nicht mehr nur im Kopf sondern auch auf dem Kopf zu tragen. Jetzt heißt es nur noch alles flink dafür zu besorgen und das Abenteuer zu wagen! Dir eine Gute Zeit. Viele Grüße
du schreibst am Anfang etwas von „kein Mikroplastik“. dann prüfe doch nochmal die Inhaltsstoffe von cantu… Mikroplastik!
Ich möchte auch moderne Locken tragen. Bisher hatte ich eher glatte Haare. Gut zu wissen, dass es ein Buch gibt, dass Tipps dazu gibt, wie man seine natürlichen Locken pflegen kann.
Auch ich bin aufgrund meiner sehr starken und kleinen Locken auf Conditioner angewiesen, um meine Haare überhaupt kämmen zu können. Leider ist es nach jeder Haarwäsche ein Zufall, ob meine Frisur anschließend gut aussehen wird oder nicht, da ich seit Jahren dieselbe Vorgehensweise bei der Lockenpflege beibehalte. Vielleicht wird mir demnächst ein Friseur Tipps geben können, wie ich das Maximale an Volumen aus meinem Haar rausholen kann, wenn ich mir für eine bevorstehende Hochzeit eine besondere Frisur kreieren lasse.
Vielen Dank für deinen ehrlichen Bericht! Ich war heute beim Friseur und dort hat man mir auch die Curly Girl Methode empfohlen. Allerdings bin ich genau wie du auch sehr überfordert von allem. Ich hoffe, bei mir ändert sich das ebenfalls schnell und ich erreiche gute Ergebnisse damit.
Ich habe vor 2 Wochen nach 20 Jahren Keratin und täglich glätten auch aufgegeben. Meine Haare sind ca 70cm lang und extrem dick. Ein endloser Kampf. Seit ich sie nur noch wasche und luft trockne hab ich jetzt einen lockenkopf als ob ich von Friseur komme. Fühle mich damit allerdings überhaupt nicht wohl , muss mich erst daran gewöhnen
Liebe Caren, danke fürs Teilen deiner Gedanken!
Huch…das ist aber ein riesiger Aufwand!!! Und die Menge an Produkten. Das geht ins Geld, ne Menge Wasser wird verbraucht. Ich brauche nur eine Nussgrosse Menge Shampoo. Habe in Frankreich ein Shampoo gefunden, der Hammer! Die Inhaltsstoffe hab ich nicht angeschaut, brauch aber sehr sehr wenig und auch nur 2x die Woche. Versucht mal …von Dessange, Nutri- Extrême Richesse. Shampooing concentré nutrition für cheveux trés secs réches, ternes. Mit Huiles précieuses d’onagre et sésame. Keine Ahnung wo man das in Deutschland oder der Schweiz sonst bekommt aber man geht ja in die Ferien und das Shampoo gibts dort in diversen Supermärkten.
Hi Christina, danke für deine Worte! Ehrlich gesagt ist der Aufwand nur während der Umstellung größer, inzwischen brauche ich nicht länger als vorher. Und da zumindest ich meine Harre auch nur noch einmal pro Woche waschen muss, halten die Produkte auch ewig. Aber ich schau mir die Produkte gerne an, danke für den Tipp!
LG Judith