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Ich sehe was, das du nicht siehst – Da ist ein Monster neben deinem Bett.
Die Tage sind schön, intensiv und schön. Sind voller Kinderlachen und Draußenzeit, voller Laufrad fahren und frischer Luft, auf Spielplätzen toben und bei Freunden sein. Du und ich, wir klicken irgendwie, verstehen uns gut und haben Spaß. Wir sind gut zusammen und genießen uns. Du genießt, dass ich da bin und ich genieße dich. Dir das Leben zu zeigen und dabei zuzusehen, wie du das Leben erlebst und du selbst bist. Dein kleiner Bruder himmelt dich dabei an. Und dann wird es Abend und dunkle Wolken ziehen auf. Die Luft wird ganz dünn und es schleicht sich schon an. Noch ist es versteckt, doch man kann es schon spüren. Ganz still und leise sammelt es Kraft, es bereitet sich auf seinen Auftritt vor. Es plustert sich auf, es holt ganz tief Luft und wartet auf seine große Chance. Nicht mehr lange, gleich wird es zu sehen sein.
Und plötzlich ist es soweit. Dann kracht es und zischt, du erschrickst dich und dir bleibt der Atem weg. Da ist ein Monster neben deinem Bett. Das Monster faucht und es wütet wild. Es ist gemein und so ungerecht. Es ist böse und schreit, ist unfair und hart und lässt sich nur mühsam in Ketten legen. Das Monster bin ich. Mein Akku ist leer und meine Lunte so kurz. Ein kleiner Funke und schon raste ich aus. Ich erkenn‘ mich nicht wieder, werde hektisch und laut und bin plötzlich so verständnislos. Ich erwarte von dir, dass du funktionierst, weil ich keine Kraft hab dich aufzufangen. Dabei möchte ich so gerne da sein für dich, dich an die Hand nehmen, dir Ruhe schenken. Dir was vorlesen, erzählen, vielleicht singen und hören, wie dein Atem langsam und gleichmäßig wird. Dich in den Arm nehmen und streicheln, dir Halt geben und dich – wenn nötig – auch durch deine Wut begleiten. Ich will Monster verjagen und nicht selber eins sein. Ich will, dass du dich geborgen fühlst.
Aber ich lerne dadurch, ich lerne von dir und irgendwann wird das kein Thema mehr sein. Es klappt manchmal schon, tief einatmen und aus, bis zehn zählen und nochmal von vorne anfangen. Dann wird das Monster ganz klein und taucht ab in die Nacht und wird hoffentlich bald ganz verschwunden sein.

Liebst,

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2 Kommentare

  1. Hallo, ich kenne diesen Zustand. Mir – uns- hat geholfen, wenn mein Mann nach Hause kam, zwar aus dem Büro, aber doch frisch, dann hat er die Kinder ins Bett gebracht. Und ich durfte die halbe Stunde aufs Sofa. Diese Papa Zeit war für Kinder und Papa wertvoll. Und ich habe in dem Moment auch nicht wirklich gefehlt. Sondern hatte hinterher wieder Kraft. Niemand kann 24/7 präsent sein. Meine Weise Freundin Juliette sagt, wir sind keine Roboter. Du hats das Recht, dich doof zu fühlen. Im Gegenteil, Kinder nehmen. Elle. Dich eher als Person wahr, wenn du deine Gefühle zeigst. Auch die nicht so tollen. Denn dann kommt das Liebe umso mehr zur Geltung. Nix ist schlimmer, als die gleichbleibend freundliche Stimme des Navi. Sei geknuddelt.


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