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Einmal Kopf ausschalten, bitte – 5 Ideen, wie man es schafft, mal nicht nachzudenken
Wie man den Kopf dazu bekommt, mal eine Pause zu machen

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt es zunehmend schwerer, einfach mal kurz an nichts zu denken. Egal ob ich morgens aufstehe, schon unterwegs bin, arbeite, abends auf der Couch sitze oder im Bett liege und aufs Einschlafen warte, mein Kopf ist nie so ganz bei nur einer Sache. Er steht einfach nicht still und rattert ächzend und knarzend vor sich hin. Was muss noch auf die Einkaufsliste und wo geht’s eigentlich in den Urlaub hin? Wann sind die nächsten U-Termine für die Jungs fällig, ist noch genug Wechselwäsche in der Kita, dann der Anruf bei der Bank oder Krankenkasse oder das Geburtstagsgeschenk für Oma Erna – es sind auch schlichtweg zu viele Sachen, an die wir Eltern denken oder die eigentlich immer erledigt werden müssen. Mit irgendwas irgendwann mal wirklich fertig sein? Das kommt doch so gut wie gar nicht mehr vor.

Mental Load ist, wie das dieser Tage genannt wird – die totale und ständige Überlastung des Hirns. Unsichtbar, aber höchst bedrohlich, weil immer da, kein Land in Sicht. Und je mehr Aufgaben dazu kommen, je schneller sich das Mamsterrad dreht, desto lauter wird der Kopf und desto schwerer fällt es, ihn einfach mal abzuschalten.

Wie Don Quijote gegen Mental Load

Woher ich das weiß? Klar, ich kenne die Mental Load Theorie. Aber viel ernüchternder ist: Weil ich es selbst genauso erlebe. Wieder und wieder. Denn obwohl mir dieses „Phänomen“ gut bekannt ist, obwohl ich in einer „aufgeklärten und gefühlt gleichberechtigten“ Beziehung lebe, obwohl mein Mann mir häufig sagt, wir müssten mal anders verteilen, ich soll priorisieren und „manches auch einfach mal gut sein lassen“, kämpfe ich regelmäßig gegen diese Windmühlflügel, die sich nach einiger Zeit immer wieder auf’s Neue heimlich zu drehen beginnen. Kämpfe gegen das dauerhafte „on sein“ und das ständige Denken an alles. Bemühe mich, den Überblick zu behalten, aber Teile fehlen, verschwinden, entfallen mir. Versuche, dennoch alles zusammen zu setzen, aber komme nicht voran. Klammere mich an dutzende Notizzettel und To-Do-Listen, vergesse meine Have-Done-Listen und verzweifle. Haste, stolpere, fluche und falle in Löcher, noch tiefer und schwärzer als meine Stimmung dann ist.

Übrigens: Der Mamsterrad Podcast beschäftigt sich mit auch mit dem Thema Mental Load. 
Folge 15: Mental Load: Warum bin ich immer so erschöpft?
Folge 16: Was ist Mental Load und wie komme ich da wieder raus?
Schon gehört?

Wie man den Kopf dazu bekommt, mal eine Pause zu machen

Ein selbstgemachtes Problem

Dabei frage ich mich, ob das Problem möglicherweise „nur“ ein selbstgemachtes ist. Klammere ich mich zu sehr an Aufgaben, weil ich „immer perfekt sein“ will? Sind es die hohen Ansprüche an mich selbst, die mich immer wieder überfordern und straucheln lassen? Will ich zuviel, mehr, als nötig ist? Muss ich das Priorisieren lernen und die Fähigkeit, Dinge auch erst mal liegen oder schlimmstenfalls gegen die Wand fahren zu lassen? Warum kann ich nicht nein sagen, bürde mir immer noch mehr Aufgaben auf? „Ach komm, ich mach das, das schaff ich noch.“ Und vor allem: Sollte ich mich genauer reflektieren, scheint mir das Problem der Überlastung vielleicht ärger, als es in Wirklichkeit ist? Was würde ich mir raten, wenn ich meine Freundin wär? Und bin ich wirklich die Einzige in unserer Familie, die „das Dilemma“ hier in den Griff bekommen kann?

Abgeben können und abgeben wollen

Eine meiner größten Schwierigkeiten nach dem auch mal „Nein!“ sagen ist vermutlich das Loslassen. Denn verteilen wir hier die Aufgaben um oder gebe ich welche ab, dann sind sie eben nicht automatisch aus meinem Sinn. Müssen Termine vereinbart werden, halte ich nach, ob das geschehen ist. Fällt das Besorgen eines Geburtstagsgeschenkes in seinen Bereich, erinnere ich regelmäßig, weil ich am Ende nicht ohne Dastehen will. Ich frage, halte, fasse nach und kann mich auch nach Abgeben der Aufgabe nicht richtig von ihr trennen. Warum ist das so? Warum rattert mein Kopf so unaufhörlich weiter wie ein Duracell Häschen auf zu viel Red Bull?

Wie man den Kopf dazu bekommt, mal eine Pause zu machen

Lernen, den Kopf auszuschalten

Und all das wäre sicherlich nur halb so dramatisch, wenn ich mir ausreichend Pausen einräumen würde. Und zwar nicht hin und wieder und solange die Aufgaben überschaubar sind. Vor allem in den Zeiten, in denen das Rad sich zu überschlagen scheint, in denen sich die Aufgaben türmen und das Nachkommen unmöglich ist, in denen das gewohnte Gefüge und eingespielte Zahnradsystem aus dem Takt kommen, weil Krankheit oder Unvorhergesehenes sich eben nicht planen lassen, ist es noch wichtiger als sonst, sich regelmäßig kleine Pausen einzuplanen. Pausen, die den Körper verschnaufen lassen. Pausen, die dem Kopf eine Auszeit gönnen. Aber hey, was soll’s ich bin doch multitasking-fähig. Oder?

Multitasking, ein Ammenmärchen

Wer kennt das nicht: Man möchte sich aus dem Schrank im Flur ein Taschentuch holen – das Telefon in die Schulter geklemmt, die Zeit in der Warteschleife noch mal eben schnell nutzen. Auf dem Weg in den Flur fällt der Blick auf die schmutzigen Socken, die im Eifer des Gefechtes auf dem Boden im Kinderzimmer gelandet sind. Okay, dann eben schnell in den Wäschekorb damit. Naja, und wenn man schon mal da ist, kann man auch eigentlich gleich eine Waschmaschine anwerfen. Immer noch Warteschleifen-Musik. Die Waschmaschine ist endlich an, da fällt auf dem Weg zum Flur durch die Küche auf, dass die Butter vom Frühstück noch draußen steht. Ab in den Kühlschrank damit – oh Mist, da stehen die Reste vom Wochenende noch drin. Nicht mehr genießbar, also ab in den Biomüll. Leider ist der Eimer übervoll, also erstmal raus in die Tonne damit… „Äh, hallo? Wer ist da?“ Ah, die Warteschleife ist durch, da ist endlich jemand am anderen Ende. Aber was wollte ich noch, worum ging’s nochmal? Und warum läuft meine Nase schon wieder?
Wie man den Kopf dazu bekommt, mal eine Pause zu machen
"The Mental Load" bei Amazon*
Im Mutterhelden Mama Coaching habe ich von Imke gelernt, dass Multitasking ein Ammenmärchen ist. Klar kannste das behaupten, ist nur leider nix dran. Denn unser Gehirn ist schlichtweg nicht imstande, zwei Gedanken gleichzeitig zu denken oder zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Das geschieht immer nacheinander und beim sogenannten Multitasking einfach in rasend schneller Geschwindigkeit. Kein Wunder also, dass uns der Kopf so raucht. Vor allem, da wir es uns scheinbar abtrainiert haben, einen Gedanken in Ruhe zu Ende zu denken oder eine Sache erstmal fertig zu bringen, bevor wir mit der nächsten beginnen. Ein Teufelskreis… 

Den Kopf austricksen

Also habe ich nach Möglichkeiten gesucht, mit denen es klappen könnte, diesen Kreis zu durchbrechen. Aktivitäten, die meinen Kopf so ablenken, dass er sich geschlagen geben muss und das Rattern für kurze Zeit mal in nur eine Bahn lenkt. Inzwischen habe ich verschiedene Aktivitäten gefunden und einige Zeit getestet, die für mich tatsächlich ganz gut funktionieren und manchmal sogar eine beinahe meditative und sehr entspannende Wirkung haben.

Wie man den Kopf dazu bekommt, mal eine Pause zu machen

Hello, ihr Retterchen, schön, dass ihr da seid:

1. Puzzle Party

Ich dachte ja, ich sei kein Puzzle Freund – haha, möp, falsch gedacht. Wo ich anfangs vermutet hatte, dass mir einfach die Geduld fehlen würde, kann ich inzwischen nahezu eintauchen in die Welten der Nupsis und Beulen aka Nasen und Löcher – wie das im Fachjargon richtig zu heißen scheint. Ein 100-Teile-Puzzle war im Nu zusammengesetzt, also habe ich mich (okay, zusammen mit meiner Familie) an ein 1.000er Puzzle gewagt. Und ich muss sagen: Nicht nur meine Geduld und der Spaß an dieser fisseligen Sache haben mich überrascht, sondern auch der Eifer, mit dem wirklich die ganze Familie (und auch Freunde, die in der Zeit zu Besuch waren) gemeinsam bei der Sache waren.

Hier sind ein paar Motive, die ich bereits gelegt habe oder die als nächstes auf meiner Wunschliste stehen:

* Die Bilder verlinken zu den jeweiligen Produktseiten bei Amazon und gehören zum Amazon Partner Programm. Solltet ihr darüber etwas kaufen, bekomme ich eine kleine Provision. Auf den Preis, den ihr bezahlt, hat das keinerlei Einfluss.

2. Stricken, sticken, Handarbeit

Hallo Pinterest, du tolles Ding, jetzt zeig mal, was du kannst! Um ehrlich zu sein und psssst, verratet es bitte nicht weiter: Pinterest ist eine Zeitmaschine. Da will man nur kurz einmal schnell was schauen, zack, ist es Stunden später und der Abend ist rum. Zu verlockend sind all die schönen Ideen und Bilder, zu vielfältig all die Möglichkeiten. Aber Obacht, Punkt 2 heißt ja nicht „Fröhliches Pinnen“. Ihr sollt die Bildersuchmaschine lediglich als Inspiration benutzen. Sucht euch aus, was ihr schön findet und längst schon mal probieren wolltet und baut es nach. Eine Makramee-Blumenampel knüpfen, euch im Handlettering versuchen, Punchneedle Sticken, Stricken oder Häkeln – sind die Finger beschäftigt, ist das Gehirn es auch. Ihr müsst all die hübschen Stückchen nicht in einem Rutsch fertigstellen. Aber etwas Schönes selbst anzufertigen, auch, wenn gut Ding Weile ganz sicher haben will, macht wirklich Spaß und lässt die Gedanken mal frei.

Makramee Blumenampel knüpfen zur Entspannung und gegen Mental Load

3. Sudoku Sause

Tatsächlich war ich beim Aufkommen der Sudokus vor etlichen Jahren schon mal kurz von der Sucht befallen. Was soll ich sagen – ich bin rückfällig geworden. Ob klassisch in der Zeitung (das ist dieses Ding aus Papier, dass man am Späti kaufen kann) oder als App auf dem Smartphone – das Sudoku schafft tatsächlich, das Hirn (bzw, den Bereich, der für die Mental Load zuständig ist) komplett auszuknipsen und macht, dass ich mich auf’s Hier und Jetzt konzentriere.

Ich habe die ganz schlichte App von Sudoku.com (hier für Android oder für Apple), aber schaut sonst einfach mal bei Google Play oder im App Store, es gibt unzählige Apps und verschiedenste Designs.

4. Ausmalen/Mandalas

Nach der Geburt meines zweiten Sohnes schenkte mir eine Freundin ein Mandala Buch zum Ausmalen. Sichtlich verwirrt legte ich es erstmal in den Schrank, ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, wann ich denn bitte schön etwas ausmalen sollte. Und vor allem, warum.

Joar, ein paar Jahre und den wohl coolsten Ausmalblock später weiß ich, warum. Ausmalen ist sowas von meditativ und schafft es auf herrlich einfache Art und Weise, die wilden Gedanken in Schach zu halten und den Kopf in den Leerlauf zu bringen.

Und bitte schön, sind diese Exemplare* hier nicht der absolute Oberknaller?

(*Zum Bestellen einfach auf’s Bild klicken. Die Bilder verlinken zu den jeweiligen Produktseiten bei Amazon und gehören zum Amazon Partner Programm. Solltet ihr darüber etwas kaufen, bekomme ich eine kleine Provision. Auf den Preis, den ihr bezahlt, hat das keinerlei Einfluss.)

5. Sportsfreundin werden

Was mir beim Laufen oder Schwimmen manchmal nur mäßig gelingt, ist beim Yoga üben tatsächlich gar kein Problem: Adieu, Mental Load. Denn während ich mich auf meine Atmung konzentriere, auf die Abfolge der Übungen und deren korrektes Ausführen, ist mein Gehirn genau damit gut beschäftigt und für Denk-Spirenzchen ist schlichtweg kein Platz. Fies ist nur, dass es ein Dreikampf ist. Denn plötzlich hat die gegnerische Ecke Verstärkung bekommen: Schweinehund Judetlef möchte auch erst noch besiegt werden, bevor es so richtig losgehen kann. Scheint ein bisschen hinderlich, ist aber im Vergleich zur Mental Load und der totalen Überlastung definitiv das kleinere Übel.

Sport zur Entspannung und gegen Mental Load

Just do it.

Eigentlich ist es völlig egal, was ihr tut, die Hauptsache ist, ihr tut irgendwas. Wichtig ist, dass ihr euch dazu nicht zwingen müsst, sondern freiwillig gut darauf einlassen könnt. Im besten Fall sollte es also etwas sein, das euch richtig viel Spaß macht. Wenn es das eine nicht ist, wird es was anderes sein. Findet heraus, was euer Ding ist. Es geht dabei auch gar nicht darum, ein 1.000er Puzzle am Stück zu legen, bis zum Ermüdungsbruch zu rennen oder stundenlang die Spiele-App heißlaufen zu lassen. Ein paar Minuten hin und wieder reichen schon aus, um den Kopf ein bisschen zu entlasten und ihr werdet sehen, diese Mini-Auszeiten sind wunderbar – vor allem, wenn sie verlässlich sind.

Erzählt doch mal, was bringt euch denn zur Ruhe? Passt auf euch auf! 

Liebst,

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Oh hi, Depression – eine Diagnose kommt selten allein

Oh hi, Depression – eine Diagnose kommt selten allein

Da steht sie plötzlich, schwarz und fett auf einem blassrosa Papier, die Tinte ein bisschen verschwommen. Eine Abkürzung, die mir die Tränen in die Augen schießen lässt – genau jetzt und unzählige Male in der letzten Zeit, immer wieder, ungebremst rückwärts bergab und keine Chance, die Bremse zu ziehen.

F32.2 steht da nun, der ICD-10 Code für „schwere depressive Episode“. Schwarz. Und fett. Auf blassrosa Papier. Die Tinte ein bisschen verschwommen. Wie das, was F32.2 mit mir macht. Der Grund dafür, dass ich mich in den letzten Wochen so elend fühlte. Und gleichermaßen die Erklärung, warum ich zu kraft- und machtlos war, auch nur ansatzweise etwas dagegen zu tun. „Die schlechte Laune“ in den Griff zu bekommen, mich mal „n bisschen zusammenzureißen“. Hab an mir gezweifelt, bin an mir verzweifelt und hab einfach immer noch ein bisschen mehr gegeben. Hab mich infrage gestellt, mir mein Empfinden verboten und mich selbst verloren zwischen „Lächel doch mal, ist doch halb so wild“!, „Läuft doch bei dir, du hast, was du brauchst!“ und „Glaub ich nicht, du bist doch fröhlich und stark“.

Ich hab’s ja nicht mal gemerkt. Hab’s nicht gesehen, nicht hingeschaut. War zwar hart gestresst und irre erschöpft, aber zugeben? Niemals. Ich doch nicht, ich muss funktionieren. Ist doch halb so wild, ich hab doch, was ich brauche. Vielleicht fiel mir das Aufstehen schwer, noch ein kleines bisschen schwerer als sonst. Und das Anfangen, das Dranbleiben. Das Aufhören? Erst recht. Und das Gefühl? War zu gewohnt, ein alter Bekannter, schon oft zu Besuch. Also Tunnelblick-Modus, mit Scheuklappen auf. Weil, mit Augen zu, ist das Monster doch weg?

Nun, ist es nicht, ob ich will oder nicht, sitzt groß und schwer auf meiner Brust. Lässt mich nicht atmen, lähmt mich, erdrückt mich förmlich mit seiner Last. 

Doch ich hab’s jetzt entdeckt, sein Versteck ist bekannt. Ich hab’s ausgehoben, das Biest erkennbar gemacht. Ich kenne seinen Namen, seine Gestalt, seinen Plan. Und den werde ich durchkreuzen, irgendwann. Nicht heute und nicht morgen, aber dass, das ist klar. Und irgendwann bin ich dann wieder da. Und was mich trägt, ist die Hoffnung darauf. Ich bin zwar gefallen, doch ich steh wieder auf.

Liebst,

It's okay to be not okay. Ok. I am not.

It's okay to be not okay. Ok. I am not.

It’s okay to be not okay.
Ok. I am not.

Das Meer ist ganz ruhig, ganz glitzernd und spiegelt, es schwimmt sich ganz easy, routiniert geht’s voran.

Von Strömungen, die sich da langsam aufbauen und heimlich ganz stark werden, merkt man vorerst nichts. Nur vielleicht, dass man plötzlich ein bisschen mehr Kraft braucht, um das Tempo zu halten, das man sonst von sich kennt.

Man kommt weiter gut vorwärts, glaubt: Man, ach, das geht schon! Denn irgendwie geht es ja weiter voran. „Ich stell mich nur an grad, ich bin einfach müde, dann geht es heute eben bisschen früher ins Bett.“

Dass die Strömungen inzwischen Strudel wurden, die alles gierig und stark alles in den Abgrund ziehen, die reißen und tosen, die wüten und rauschen, das bleibt verborgen, das sieht man schlicht nicht.

Man schwimmt einfach weiter, mehr Kraft noch, das geht schon, das Meer scheint doch ruhig und der Himmel noch blau. Doch der Strudel, der wildert beharrlich nach unten, mehr Kraft noch, mehr Sog folgt, dann zu viel und zu laut.

Bis man – viel zu spät dann – endlich realisiert, dass gar nichts mehr rund läuft und man nicht mehr kann.

Blöd nur, dass die Kraft da schon lang nicht mehr ausreicht, um zurück zu kommen und nicht unterzugehen.


Warum ich das schreibe, das öffentlich mache? 
Weil ich nicht okay bin.
Und das ist okay.

Und weil’s mir so schwerfällt, darüber zu sprechen, weil ich das schlichtweg einfach (noch) nicht so gut kann. Doch es musste mal raus jetzt und es scheint so viel leichter, die Worte zu schreiben, die ich nicht aussprechen kann. Sie mir einzugestehen und sie mir zu erlauben, das ist ein Anfang. Der Weg ist lang, doch das Ziel ist das Ziel. Und wenn ich da ankommen, dann will ich wieder ich sein. Und wieder ich werden? Da arbeite ich jetzt dran.

Liebst,

Auch das noch: Ich hab AD(H)S als Erwachsene

Auch das noch: Ich hab AD(H)S als Erwachsene

Keine Ahnung, ob du es vielleicht schon bei Instagram verfolgt hattest oder ob das hier jetzt komplett neu ist: Ich habe AD(H)S, das erst kürzlich bei mir diagnostiziert wurde.. Ein bisschen was habe ich schon dazu erzählt und geschrieben, aber irgendwie ist das nicht nur ein Thema für Instagram, sondern auch für hier  und ich glaube, deswegen werde ich jetzt nach und nach auch auf meinem Blog darüber schreiben. 

Pünktlich zum Mental Health Day am 10. Oktober war es jedenfalls so weit: Wochenlang hatte ich überlegt, ob ich in der Öffentlichkeit überhaupt darüber sprechen möchte, und plötzlich war es ganz klar: Die Zeit des Versteckens muss vorbei sein, wir müssen über Dinge sprechen, wenn wir sie ändern, wenn wir sie enttabuisieren wollen. 

Seit immer schon versuche ich, meine „Schwächen“ zu verstecken, meine „Makel“ und Eigenschaften, die ich mir immer weggewünscht habe und ständig versucht, zu maskieren. Ich hab weder über den Burnout gesprochen, der mich vor etwa 10 Jahren in die Knie zwang, noch über die Therapien, die ich gemacht habe, geschweige denn von all den anderen Dämonen, mit denen ich hin und wieder kämpfe.

Und auch meine neuste „Errungenschaft“, AD(H)S – spätdiagnostiziert im Erwachsenenalter – wollte ich erst weder wahrhaben noch darüber reden. Ich weiß seit einer kleinen Weile, dass ich ADHS habe. Irrsinnig viel erklärt sich dadurch, und dennoch ist es noch schwer zu fassen. Ich stehe am Anfang, aber ich bin auf dem Weg. Und ich werde drüber sprechen. Weil endlich Schluss sein muss mit dem Maskieren – und zwar in jegliche Richtung.

Und jetzt entschuldige mich, mein Mutausbruch macht mir Angst, ich muss mir mal kurz die Decke über den Kopf ziehen. 🙈

Falls du jetzt aber Lust  bekommen hast, mehr darüber zu hören, dann here some good news. Wir haben für den Mamsterrad-Podcast mit den AD(H)S-Expertinnen Dr. Ismene Ditrich, Fachärztin für Psychologie und Psychiatrie, und Dr. Christa Koentges, Psychologin und Psychotherapeutin, über AD(H)S im Erwachsenenalter und insbesondere bei Frauen gesprochen. Die ganze Podcastfolge gibt es hier:

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Weitere Informationen

Wenn dich das Thema „AD(H)S im Erwachsenenalter“ interessiert, habe ich hier noch ein paar wirklich tolle Buchtitpps für dich:

„Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S“

Frauen und Mädchen mit AD(H)S erhalten viel seltener eine Diagnose als Männer und Jungen, denn ihre Symptome fallen weniger stark auf: Betroffene Frauen und Mädchen sind weniger hyperaktiv, dafür verträumt, unaufmerksam und vergesslich. Die zu späte oder fehlende Diagnose kann weitreichende Folgen haben: Der Leidensdruck bleibt meist über Jahrzehnte bestehen, schadet ihrem Selbstwertgefühl und zieht Folgeerkrankungen nach sich.

Die vier Expertinnen der Freiburger Arbeitsgruppe AD(H)S leisten in diesem Buch wichtige Aufklärungsarbeit für Frauen mit AD(H)S sowie für Eltern betroffener Mädchen. Mit vielen Einblicken aus der Forschung, Fallgeschichten, Reflexionen und Übungen zur Selbsthilfe zeigen sie konkrete Wege auf, wie Betroffene mit ihrer Besonderheit Frieden schließen, ihre vielen Stärken entdecken und gut mit AD(H)S leben können.

BUCH BESTELLEN*

„Hirngespinste: Mein Leben mit ADHS“

Sätze wie „Ein bisschen ADHS hat doch jeder.“, „ADHS gibt es doch gar nicht.“ oder „ADHS haben doch nur kleine Jungs.“ gehören für Lisa Vogel zum Alltag. Wie es ist, als erwachsene Frau mit ADHS zu leben, welchen Vorurteilen man ausgesetzt ist und was im Alltag hilft, davon handelt dieses Buch.

Lisa räumt mit Mythen rund um die Stoffwechselstörung im Gehirn auf. Denn nicht jede/r mit ADHS ist ein zappeliges Kind, schlecht in der Schule oder auffällig im Erwachsenenalter. Mit ihrer späten Diagnose begann ihre Reise zu sich selbst, aus der ihr Wunsch erwuchs, andere auf dieser Reise zu begleiten, ihnen Verständnis zu schenken und sie vor Selbstzweifeln zu schützen.

Aktuelle Erkenntnisse und Studien zum Thema ADHS bei Erwachsenen runden das Buch ab.

BUCH…

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